28.7.2011 Wie Akzeptanzkritieren beim Schätzen helfen

Eine übliche Situation für einen Software-Entwickler: Es sollen drei Felder in ein Formular eingebaut werden. So etwas kann doch nicht lange dauern! Drei Felder, das schreibt man doch eben mal zwischendurch hin! Länger als 20min darf man für so etwas doch als Entwickler nicht brauchen, oder?

Doch wenn man vor der Implementation konkrete Akzeptanzkritieren definiert, merkt man schnell, dass die Dinge oft nicht so einfach sind, wie sie zunächst erscheinen. So wird man beim Erstellen der Akzeptanzkriterien feststellen, was man alles braucht, z.B. dass

  1. Das zweite und dritte Feld nur dann sichtbar sein sollen, wenn das erste einen Inhalt hat.
  2. Das zweite und dritte Feld nach bestimmten Regeln validiert werden sollen.
  3. Je nach Eingabefehler, ganz bestimmte Fehlermeldungen erscheinen sollen.
  4. Die Validierung aber nicht gelten soll, wenn die Felder aufgrund von 1. gar nicht sichtbar sind.
  5. Die Felder natürlich auch in der Datebank gespeichert und wieder daraus geladen werden sollen.
  6. Die Inhalte der Felder im Prozess X und im Report Y berücksichtigt werden müssen.
  7. … und so wird es weiter gehen.

Mit diesem neu gewonnenen Wissen wird die Schätzung sicherlich schon ganz anders ausfallen, vielleicht 4 Stunden – oder je nach Komplexität der Validierung, z.B. Prüfung gegen Datenbank-Anfragen, auch länger. Und die unter 6. entdeckten weiteren Funktionen sind selbst in dieser Schätzung vermutlich noch gar nicht enthalten.

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 4.3/5 (11 votes cast)
Wie Akzeptanzkritieren beim Schätzen helfen, 4.3 out of 5 based on 11 ratings